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Der Ayatollah denkt über Kompromisse nach

WASHINGTON, DC – Die jüngsten Nukleargespräche der fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (gemeinsam mit Deutschland und dem Iran) in Istanbul haben die Aufmerksamkeit der Welt auf die möglichen Bedingungen eines Vertrags gelenkt, der beim nächsten Treffen, wahrscheinlich in Bagdad am 23. Mai, abgeschlossen werden könnte. Wie lässt sich also die offensichtliche neue Bereitschaft der iranischen Führung, eine Einigung zu erzielen, erklären?

Natürlich haben wirtschaftliche Sanktionen und politische Isolation das Regime schwer angeschlagen, insbesondere die Revolutionsgarden, deren Führungsmitglieder und Industrien von der internationalen Gemeinschaft besonders ins Visier genommen wurden. Aber dies ist nicht der einzige Faktor.

Die Propagandamaschine des Regimes stellt die Gespräche von Istanbul bereits als Triumph für die Islamische Republik und eine Schlappe für den Westen dar. In der Tat bereitet sie sowohl die iranische Öffentlichkeit als auch die Weltgemeinschaft auf einen bedeutenden Kompromiss vor.

Wir müssen uns daran erinnern, dass dem Iran an seinem Image ebenso viel liegt wie an seinem Nuklearaktivitäten. Eine erfolgreiche Strategie muss es dem Land ermöglichen, aus Gesprächen mit einem Lächeln auf dem Gesicht herauszukommen, selbst wenn es die zentralen Teile seines Nuklearprogramms aufgeben sollte.