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Mit dem Mut der Hoffnung für Palästina

SINGAPUR – In diesem Jahr wird die Welt von düsterer Krisenstimmung geprägt sein. Ökonomien werden ins Stocken geraten, Regierungen werden stürzen und Unternehmen in Pleite rutschen.  Die größte Gefahr allerdings ist das allgemeine Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Um dem entgegenzutreten, sollte man einige große und augenscheinlich unüberwindbare Probleme lösen. Ein Abschluss der Doha-Runde der Welthandelgespräche wäre eine solche Gelegenheit. Noch bessere Chancen bietet allerdings der israelisch-palästinensische Konflikt.

Viele Menschen auf der Welt, vor allem im Westen, sind überzeugt, dass dieser Konflikt nicht lösbar sei. Seit dem berühmten Abkommen von Oslo aus dem Jahr 1993 wurden mehrere Anläufe unternommen. Alle gingen schief. Jedoch ist nur wenigen aufgefallen, dass sich mittlerweile eine ungewöhnliche Machtkonstellation ergeben hat, die eine bemerkenswerte Chance auf eine Lösung bietet. Derartige geopolitische Gelegenheiten sind selten und es wäre eine große Tragödie, sie nicht zu ergreifen.

Zunächst einmal scheint beinahe allgemeine Einigkeit darüber zu bestehen, dass eine Lösung auf Grundlage des Abkommens von Taba erfolgen muss, das unter Führung von Präsident Clinton im Januar 2001 ausgearbeitet wurde. Palästinensische Diplomaten haben mir mitgeteilt, dass sie dieses Paket akzeptieren können.  

Von ebenso großer Bedeutung ist, dass gegenwärtig auch beinahe allgemeine Übereinstimmung unter praktisch allen arabischen Staaten herrscht, dass ein Friedensabkommen in deren Interesse liegt. Viele Länder, einschließlich Ägypten und Saudi Arabien, sehen den Aufstieg des Iran mit größerer Sorge. Ein Abkommen mit Israel könnte diese Länder gegenüber dem Iran stärken und der iranischen Führung die Möglichkeit nehmen, die Stimmung in der arabischen Öffentlichkeit gegen die Haltung der arabischen Regierungen in der Palästina-Frage anzuheizen.