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Asiens Hahnenkampfplatz

LONDON: Der Terroranschlag auf die indische Botschaft in Kabul, bei dem 41 Menschen ihr Leben verloren – und in Bezug auf welchen der pakistanische Geheimdienst in Verdacht geriet – hat die Welt einmal mehr daran erinnert, warum der indische Subkontinent den Nahen Osten als Krisengebiet Nr.1 weltweit in den Hintergrund gedrängt hat.

Die amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain haben beide klar gestellt, dass sie von der pakistanischen Regierung Maßnahmen gegen die Militanten erwarten und dass sie zur Autorisierung von Luftangriffen auf pakistanisches Gebiet bereit wären. Doch bedarf es eines umfassenderen euroatlantischen Ansatzes, um die Probleme der Region in Angriff zu nehmen.

Die Geschichte des westlichen Scheiterns in Afghanistan ist inzwischen allzu vertraut – und wird uns beinahe jede Woche durch die Rückführung gefallener NATO-Soldaten auf schmerzhafte Weise vor Augen geführt. Doch sie wiederholt sich auf der anderen Seite der Grenze in Pakistan, mit ernsthaften Folgen für beide Länder.

Der Optimismus, der auf die jüngsten Wahlen in Pakistan folgte, hat Befürchtungen Platz gemacht, dass die Verhandlungen der Regierung mit den Militanten die Terroristen sicherer und Anschläge auf NATO-Truppen in Afghanistan häufiger gemacht haben. Pakistans Militär und Geheimdienste sympathisieren mit einem islamisch-fundamentalistischen Glaubensbekenntnis; mit der al-Qaeda verbundene militante Gruppen agieren ungehindert auf pakistanischem Gebiet, und Machtkämpfe innerhalb der Regierung erschweren eine zivile Kontrolle über das Militär.