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Welchen amerikanischen Präsidenten die Welt braucht

LONDON – Auf der ganzen Welt wird dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie innenpolitischen Auseinandersetzungen in den jeweiligen Ländern. Dieses weltweite Interesse an der amerikanischen Präsidentenwahl ist wohl das beste Beispiel für die Soft Power der USA und auch eine Lektion in Sachen Demokratie, die wir von der einzigen Supermacht der Welt lernen. Wenn wir, anstatt nur zuzusehen, doch alle wählen könnten – denn das Wahlergebnis ist für jeden Menschen auf der Welt von entscheidender Bedeutung.

Was erwartet – und vielleicht noch wichtiger – was braucht die Welt nun vom neuen amerikanischen Präsidenten?

So sehr es manche vielleicht nicht zugeben wollen, ist der Antiamerikanismus doch ein Gefühl, das während der Bush-Jahre zugenommen hat. Dennoch braucht die Welt die Führerschaft Amerikas.   

Ja, wir erleben den Aufstieg Chinas, Brasiliens und Indiens als bedeutende globale Wirtschaftsmächte. Ja, wir haben den beschämenden Fall der Herren des Universums an der Wall Street gesehen. Ja, die militärischen Fähigkeiten Amerikas haben sich in den „undankbaren Wüsten Mesopotamiens“ verflüchtigt, wie Winston Churchill dies ausdrückte, und die moralische Autorität der USA wurde durch Orte von Guantánamo Bay bis Abu Ghraib untergraben.