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Ein Jahr der Abrechnung für Frankreich und Europa

PARIS – Frankreich befindet sich am Scheideweg. Das Land verfügt über unzählige wertvolle Vermögenswerte, kann aber längst überfällige Reformen nicht mehr auf die lange Bank schieben, denn andernfalls droht man in einer wettbewerbsintensiven Weltwirtschaft zunehmend in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen.  Mit dieser Herausforderung sind Präsident François Hollande, Premierminister Jean-Marc Ayrault und überhaupt alle Mitglieder der französischen Regierung konfrontiert.

Wir stehen vor einer historischen Verantwortung: Wir müssen die französische Wirtschaft modernisieren und innerhalb von ein paar Monaten Reformen umsetzen, deren Einführung normalerweise Jahrzehnte dauert. Dies ist notwendig, um ein stärkeres,  integrativeres Wachstum zu erzielen, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und die öffentlichen Defizite zu verringern. Genau das tut die Regierung bereits seit der Wahl in diesem Jahr. Tatsächlich hat keine französische Regierung jemals mehr Reformen in so kurzer Zeit umgesetzt.

Frankreichs Wirtschaftsleistung ist vor allem hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit, Schuldentragbarkeit, Staatsausgaben und Arbeitsmarkt durchaus unbefriedigend. Unsere Verantwortung besteht darin, dafür zu sorgen, dass wir bis zum Ende der aktuellen Wahlperiode im Jahr 2017 in allen erwähnten Bereichen besser dastehen.

Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, haben wir eine wirtschaftspolitische Strategie erarbeitet, die auf drei Säulen beruht: Europa, Haushaltskonsolidierung und Wettbewerbsfähigkeit.