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Thaksins Rückkehr

Der vor 17 Monaten nach einem Militärputsch abgesetzte ehemalige Ministerpräsident Thailands, Thaksin Shinawatra, ist nach Bangkok zurückgekehrt. Thaksin hat wiederholt dementiert, in die Politik zurückkehren zu wollen, von der er für fünf Jahre ausgeschlossen worden war. Aber wie realistisch ist die Annahme, dass eine so dynamische und schillernde Persönlichkeit dem Rampenlicht fernbleibt? 

Vielerorts glaubt man, dass Thaksin bereits als Ratgeber der Regierung von Ministerpräsident Samak Sundaravej fungiert. Tatsächlich wird Samaks Volksmachtpartei (PPP) weithin als Thaksins Wiedereinstiegshilfe in die Politik betrachtet. Diese Partei wurde ja aus den Überresten von Thaksins Partei „Thai Rak Tai“ gegründet, die nach dem Staatsstreich aufgelöst worden war.

Natürlich kann Thaksins politisches Comeback nicht über die Bühne gehen, bevor er nicht von den Korruptionsvorwürfen freigesprochen worden ist. Aber man darf annehmen, dass er hinsichtlich der Anklagepunkte noch vor seiner Abreise aus London entsprechende Überlegungen angestellt hat und zu dem Schluss gekommen ist, dass er große Chancen besitzt, in Freiheit zu bleiben. Letzten Endes ist Thaksin eine zu rationale Persönlichkeit, um aus Sentimentalität seine Freiheit zu riskieren. 

Außerdem ist Thaksin in Thailand weiterhin sehr beliebt, wenn auch nicht in Bangkok selbst.  Seine Anwesenheit im Land könnte sehr wohl zu lautstarker Unterstützung für eine „zögerliche“ Rückkehr in die Politik führen.