Thailands endloses Endspiel

BANGKOK – Mit der Krankenhaus-Einlieferung von König Bhumibol Adulyadej rückte in Thailand eine Schicksalsfrage in den Vordergrund: Der zähe politische Kampf der letzten Jahre drehte sich im Prinzip darum, was nach dem Ende der mittlerweile 63 Jahre dauernden Regentschaft des kranken 81-jährigen Monarchen geschehen wird.

Mehrere Schlüsselfaktoren werden dabei den Verlauf dieses thailändischen Endspiels bestimmen: der Militärputsch vom September 2006; die aktuelle vom Militär unterstützte Verfassung und die Wahl 2007; die Straßenproteste und Besetzungen von Regierungsgebäuden und Flughäfen in Bangkok im Jahr 2008; die von der Armee ausgehandelte und seit Januar dieses Jahres im Amt befindliche Koalitionsregierung von Premierminister Abhisit Vejjajiva sowie die Unruhen in Bangkok im April dieses Jahres. Auf dem Spiel steht die Seele eines neu entstehenden Thailand. Überdies wird die Entwicklung wird auch weit reichende Auswirkungen auf neue Demokratien in anderen Teilen der Welt sowie auch auf die internationale Gemeinschaft haben.

Die Kontrahenten in dieser von Farben geprägten thailändischen Krise sind die großteils urbanen, konservativen und monarchistischen „Gelbhemden“ und die vorwiegend aus ländlichen Gebieten stammenden „Rothemden“ des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra. Während des lange anhaltenden Wirtschaftsbooms in Thailand blieb der Wohlstand hauptsächlich auf den Großraum Bangkok beschränkt, wo sich eine aufstrebende Mittelschicht an dessen Segnungen erfreute. Der mehrheitlich ländlichen Bevölkerung war diese Entwicklung jedoch ein Dorn im Auge.

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