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Wir müssen die Grenzen fossiler Brennstoffe austesten

MAILAND: Den meisten Menschen ist bewusst, dass menschliches Handeln, und dabei in erster Linie der Einsatz fossiler Brennstoffe, enorm zur Erhöhung der Treibhausgase in der Atmosphäre beitragen. Diese Gase, insbesondere CO2, erhöhen das Risiko einer Schädigung des Weltklimas, was bedeutet, dass sich die Grenzen unseres Verbrauchs fossiler Brennstoffe nicht allein an der Verfügbarkeit der bestehenden Vorkommen bemessen, sondern auch die Umweltkosten berücksichtigen müssen.

Doch es besteht nach wie vor erhebliche Unsicherheit über das Ausmaß, in dem die Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre Temperaturen und Klima beeinflusst. Wir müssen diese Unsicherheit ernst nehmen, wenn wir Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels formulieren.

Die wachstumsstarken Entwicklungsländer – Brasilien, Russland, Indien, China und andere G20-Länder – stellen inzwischen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Falls sie, was wahrscheinlich ist, weiter ihrem derzeitigen starken Wachstumskurs folgen, werden sie bis Mitte des Jahrhunderts oder kurz danach das Einkommensniveau der hoch entwickelten Länder erreichen.

An diesem Punkt würde der Weltbevölkerungsanteil mit einem Durchschnittseinkommen wie in den hoch entwickelten Ländern (20.000 Dollar oder mehr in heutigen Dollars) von 16% auf 66% ansteigen. Und falls diese neuen Wohlstandsgesellschaften demselben Muster von Konsum, Energieverbrauch und Kohlenstoffemissionen folgen, das derzeit mit einem hohen Einkommensniveau einhergeht, ist der Kampf gegen den Klimawandel verloren.