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Amerikas Finanzstabilität im Test

WASHINGTON, DC: In den Vereinigten Staaten wurden soeben weit reichende Finanzreformregeln gesetzlich eingeführt. Dies bedeutet einen Meilenstein in der Erwiderung auf die katastrophalste Finanzkrise seit Jahrzehnten, indem wichtige und willkommene Schritte zur Bekämpfung der durch die Krise ans Tageslicht gebrachten zahlreichen Schwachstellen im US-amerikanischen Regulierungs- und Finanzsystem gesetzt wurden.

Während die Regierung Obama und der US-amerikanische Kongress Lehren aus der Krise zogen und Reformen erwogen, unternahm der Internationale Währungsfonds gleichzeitig ebenfalls eine Einschätzung des US-Finanzsystems im Rahmen seines Programms zur Bewertung des Finanzsektors (FSAP). Das FSAP-Programm war infolge der Asienkrise Mitte der Neunzigerjahre eingeführt worden, um eine objektive Einschätzung von Stärken und Schwächen in den Finanzsystemen der Länder zu ermöglichen, einschließlich des Ausmaßes, in dem sie den internationalen Standards gerecht werden. Die jüngste globale Krise veranlasste die G-20 dazu, die Wichtigkeit dieser FSAP-Check-ups als Teil der Bemühungen zur Förderung der globalen Stabilität erneut zu bestätigen, wobei man sogar die Mitglieder dazu verpflichtet hat, sich regelmäßig derartigen Untersuchungen zu unterziehen.

Somit erhebt sich jetzt, nachdem die Vereinigten Staaten diese Untersuchung durchgeführt haben, die Frage, welche Einsichten sich über die Gesundheit des US-Finanzsystems und über die jüngsten Regulierungsreformen daraus ergeben.

Die Überprüfung enthält viele positive Schlussfolgerungen. Sie preist die US-Behörden für ihre beherzten und entschlossenen Aktionen, um das Risiko eines Systemzusammenbruchs während einer Periode extremer Marktturbulenz abzuwenden. Obwohl die Krise auf sowohl nationaler als auch internationaler Ebene verheerende Kostenimplikationen zeitigte, scheint es, dass die Fehler, die zur Weltwirtschaftskrise geführt hatten, vermieden werden konnten.