0

Zehn Gründe, warum China anders ist

NEW HAVEN – Die China-Zweifler sind zurück. Sie scheinen in Wellen zu kommen – so etwa alle paar Jahre. Trotzdem hat China Jahr für Jahr den Neinsagern die Stirn geboten, ist auf Kurs geblieben und bleibt weiterhin das beeindruckendste Entwicklungswunder der modernen Zeit. Und dies dürfte sich fortsetzen.

Die Ursache des momentanen fiebernden Händeringens liegt in einigen Sorgen – insbesondere über Inflation, übermäßige Investitionen, stark steigende Löhne und faule Bankkredite. Prominente Wissenschaftler warnen, dass China der gefürchteten “Falle des mittleren Einkommens” zum Opfer fallen könnte, die manch ein Entwicklungsland aus der Spur geworfen hat.

Viele der oben angesprochenen Sorgen haben einen wahren Kern, besonders angesichts des aktuellen Inflationsproblems. Aber die meisten von ihnen resultieren aus unangebrachten Verallgemeinerungen. Hier sind zehn Gründe, warum wir den Zustand der chinesischen Wirtschaft nicht auf der Grundlage von Erfahrungen anderer Länder beurteilen können:

Strategie. Seit 1953 hat China seine langfristigen Vorgaben anhand von Fünfjahresplänen festgelegt, die klar definierte Ziele aufstellen und politische Maßnahmen enthalten, um diese zu erreichen. Der kürzlich beschlossene zwölfte Fünfjahresplan könnte einen Übergang vom hochgradig erfolgreichen Produktionsmodell der letzten dreißig Jahre hin zu einer blühenden Konsumwirtschaft einleiten, und damit einen strategischen Wendepunkt darstellen.