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Zehn Gründe, die für Europa sprechen

PARIS: Der Euro, so glauben inzwischen viele, wird das Scheitern der politischen Klasse in Griechenland oder die steigende Arbeitslosigkeit in Spanien nicht überstehen: Wartet nur ein paar Monate, so sagen sie, der unaufhaltsame Zusammenbruch der Europäischen Union hat schon begonnen.

Düstere Prophezeiungen sind häufig falsch, aber sie können sich auch selbst bewahrheiten. Und seien wir ehrlich: Cassandra zu spielen ist in der heutigen Medienwelt, in der gute Nachrichten keine Meldung wert sind, nicht nur verführerisch; es scheint wirklich berechtigter denn je. Für die EU sah die Lage nie ernster aus.

Dies genau ist auch der Grund, warum es in diesem entscheidenden Moment so wichtig ist, wieder Hoffnung und vor allem gesunden Menschenverstand in die Gleichung zu injizieren. Hier also sind zehn gute Gründe, warum man an Europa glauben sollte – zehn rationale Argumente, um pessimistische Analysten und besorgte Anleger gleichermaßen zu überzeugen, dass es völlig verfrüht wäre, den Euro und die EU insgesamt abzuschreiben.

Der erste Grund zur Hoffnung ist, dass wieder staatsmännische Fähigkeiten nach Europa zurückkehren, wenn auch in homöopathischen Dosen. Es ist zu früh, die Auswirkungen der Wahl von François Hollande zum Präsidenten von Frankreich vorherzusagen. Aber in Italien macht ein einziger Mann, Mario Monti, bereits einen Unterschied.