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Die Zähmung des Aktienoptionsspiels

CAMBRIDGE – Abfindungen für Manager stehen jetzt ganz oben auf der Agenda von Vorständen und staatlichen Aufsichtsbehörden. Ein Aspekt dieser Debatte verdient jedoch vermehrte Aufmerksamkeit: die Freiheit, mit der Manager wählen können, wann sie ihre aktienbasierten Anreize einlösen können. Die normalen Auszahlungsbedingungen gewähren ihnen weitgehend freie Hand, wenn es darum geht, wann sie Aktien verkaufen und Optionen ausüben, die ihnen überlassen wurden. Dieser Ermessensspielraum ist ebenso unnötig wie  unerwünscht.

Die Freiheit, selbst zu bestimmen, wann die Umwandlung vollzogen wird, ermöglicht es den Managern, das Spezialwissen, das sie über ihre Firmen haben, zu nutzen, um vor einem Verfall des Börsenpreises zu verkaufen. Obwohl die Gesetzgebung in Bezug auf das Insidergeschäft es eigentlich vermeiden sollte, dass Manager ihre „harten“ materiellen Information nutzen, haben sie oft auch „weiche“ Informationen zur Hand, die ihnen einen Marktvorteil verschaffen. Es ist eine gut dokumentierte Tatsache, dass Manager ungewöhnlich hohe Gewinne, also überdurchschnittlich hohe Renditen erzielen, wenn sie mit den Aktien ihrer eigenen Firmen handeln.

Ein zweites Problem mit dem Ermessensspielraum der Manager ist, dass sie damit einen Anreiz bekommen, ihren Einfluss über Bekanntmachungen ihrer Unternehmen geltend zu machen, um auf diese Weise den Aktienpreis so zu manipulieren, dass er nicht fällt, solange sie ihre Verkäufe nicht getätigt haben. Empirische Studien haben einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß an Verkäufen durch Manager und der Manipulation von Erträgen festgestellt – sowohl legal als auch illegal.

Was ist nun zu tun? Zunächst einmal sollte die Auszahlung von Aktienverkäufen nicht von einem einzigen Aktienpreis abhängen, sondern auf dem Durchschnittspreis über einen längeren Zeitraum basieren.