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Die Zähmung der Finanzwirtschaft im Zeitalter der Sparmaßnahmen

NEW YORK – Es ist nicht lange her, da konnten wir sagen: „Wir sind jetzt alle Keynesianer.“ Der Finanzsektor und die Ideologie des freien Marktes hatten die Welt an den Rand des Abgrunds gebracht. Die Märkte korrigierten sich eindeutig nicht selbst. Die Deregulierung hatte sich als schlimmer Fehler erwiesen.

Die „Innovationen“, die von der modernen Finanzwirtschaft losgetreten wurden, haben nicht zu einer höheren langfristigen Effizienz, schnellerem Wachstum oder größerem Wohlstand für alle geführt. Stattdessen waren sie darauf ausgerichtet, Bilanzierungsrichtlinien zu umgehen und Steuern zu hinterziehen und zu vermeiden, die zur Finanzierung öffentlicher Investitionen in Infrastruktur und Technologie – z. B. das Internet – erforderlich sind, welche die Grundlage für reales Wachstum bilden, nicht für das Phantomwachstum, das der Finanzsektor fördert.

Der Finanzsektor ließ sich nicht nur hochtrabend darüber aus, wie eine dynamische Wirtschaft zu erschaffen sei, sondern auch darüber, wie man sich im Falle einer Rezession verhalten sollte (die laut Ideologie der Finanzwirtschaft nur durch ein Versagen des Staates und nicht der Märkte verursacht werden könnte). Immer wenn die Wirtschaft in eine Rezessionsphase eintritt, fallen die Einnahmen und steigen die Ausgaben – z. B. für das Arbeitslosengeld. Also wachsen die Defizite.

Die „Defizitfalken“ aus dem Finanzsektor meinten, der Staat solle sich darauf konzentrieren, Defizite abzubauen, am besten durch eine Verringerung der Ausgaben. Die Defizitreduzierung würde das Vertrauen wiederherstellen, wodurch die Investitionstätigkeit – und somit das Wachstum – wiederhergestellt würden. Doch so schlüssig diese Argumentation auch klingt, die historischen Fakten widerlegen sie immer wieder.