Die globale Erderwärmung entfetten

LONDON – Der Kampf gegen den Klimawandels birgt ungeahnte Möglichkeiten für die Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen. Die Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen versprechen einen signifikanten Rückgang von Herz- Kreislauferkrankungen, Krankheiten der Atemwege, Krebs, Fettleibigkeit, Diabetes, Depression sowie Unfalltoten und –verletzten.

Diese gesundheitlichen Nutzen stellen sich ein, weil Klimapolitik notwendigerweise zwei wichtige Einflussfaktoren auf die menschliche Gesundheit berührt: Ernährung und Bewegung. Angehörige der Heilberufe haben die gesundheitlichen Nutzen der Klimapolitik zwar längst erkannt, das gleiche lässt sich aber nicht von den Politikern sagen. Die Existenz dieser gesundheitlichen Nutzen läuft auf eine dramatische Reduzierung der Nettokosten von Klimapolitik an sich hinaus – was im Umkehrschluss bedeutet, dass ein fehlendes Verständnis dieser Zusammenhänge schwerwiegende Konsequenzen für die Umwelt haben könnte.

Neueste Forschungen haben ergeben, dass sich aus der Verringerung von Treibhausgasen die verschiedensten gesundheitlichen Vorteile ergeben. Wenn die Zielvorgaben im Verkehrswesen eingehalten werden sollen, bedeutet dies nicht nur einer verminderte Nutzung des Autos, sondern auch eine vermehrte Fortbewegung zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Basierend auf epidemiologischen Befunden, die körperliche Aktivität mit Gesundheit verbinden, würde die daraus resultierende Zunahme der körperlichen Aktivität chronische Krankheiten dramatisch reduzieren: ca. 10-20 Prozent weniger Herz-/Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle, 12-18 Prozent weniger Brustkrebs und 8 Prozent weniger Demenz.

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