Child refugees from Syria playing in a camp. World Bank Photo Collection/Flickr

Entwicklungszonen für syrische Flüchtlinge

PRINCETON – Die syrische Flüchtlingskrise stellt die Europäische Union vor ein akutes Dilemma. Europa trägt eine historische Verantwortung, Kriegs- und Gewaltopfern zu helfen und die verantwortlichen Politiker erkennen, dass es unmenschlich ist, den aus Angst um ihr Leben flüchtenden Menschen, die Aufnahme zu verwehren. Aus moralischen und praktischen Gründen ist es der EU nicht möglich, entlang ihrer Grenzen eine moderne Version des Eisernen Vorhangs zu errichten. Und dennoch ist auch klar, dass sowohl administrative als auch politische Probleme – nicht zuletzt eine populistische Gegenreaktion gegenüber den Neuankömmlingen – die Möglichkeiten der EU beschränken, innerhalb kurzer Zeit eine hohe Anzahl von Migranten aufzunehmen. 

Im Umgang mit dem Flüchtlingszustrom ist es erforderlich, sich der Gründe anzunehmen, die Millionen Menschen zur Flucht aus ihren Ländern veranlassen. Und obwohl dazu auch politische Zwänge zählen – insbesondere die verheerenden Bürgerkriege in Syrien und dem Irak – sind die Flüchtlingsströme auch Ausdruck der Unfähigkeit im Nahen Osten, für ein Einkommenswachstum jenes Ausmaßes zu sorgen, das es den Menschen in Asien, Lateinamerika und großen Teilen Afrikas ermöglicht, der Armut zu entkommen. 

Es wird zunehmend deutlich, dass die Schaffung wirtschaftlicher Chancen für Flüchtlinge ganz oben auf der Agenda der EU zu stehen hat.  Europa sollte sich ein Beispiel an den Bemühungen syrischer Geschäftstreibender nehmen, die einige Firmen des Landes in die freie Wirtschaftszone Gaziantep in der Türkei verlegten. Wo dies möglich ist, sollte die EU mit Ländern kooperieren, in denen Flüchtlinge leben, um dort Entwicklungszonen zu errichten, in denen vertriebene Syrer legal arbeiten dürfen.

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