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Zerreißproben als Chance für Nachhaltigkeit

GENF – Die mangelnde Bereitschaft internationaler Führungsköpfe in den vergangenen Jahrzehnten lässt einen raschen, reibungslosen und zielgerichteten Übergang zur nachhaltigen Entwicklung unwahrscheinlich erscheinen. Im Verlauf der Menschheitsgeschichte sind derart einschneidende Veränderungen der Welt tatsächlich eher durch die Umstände aufgezwungen worden, während sich Staats- und Regierungschefs auf kurzfristigere Belange wie politische Unruhen oder wirtschaftliche Stagnation konzentrieren, bis es in ihren Volkswirtschaften und Gesellschaften zu echten Zerreißproben kommt.

Aber das muss nicht so sein. Politische Entscheidungsträger können Lösungen entwickeln, die unmittelbare Probleme wirksam nutzen, um den Übergang zu einer nachhaltigeren Zukunft ohne Ausgrenzung in die richtigen Bahnen zu leiten.

Dieses Jahr, das das „Jahr der nachhaltigen Entwicklung” genannt wurde, eröffnet in dieser Hinsicht eine ideale Gelegenheit. Auf Treffen hochrangiger Vertreter in Sendai, Japan, im März und in Addis Abeba, Äthiopien, im Juli werden Staats- und Regierungschefs aus aller Welt die Zusammenarbeit in den Bereichen Verringerung des Katastrophenrisikos beziehungsweise Entwicklungsfinanzierung intensivieren. Im September werden auf Ebene der Vereinten Nationen globale Ziele für nachhaltige Entwicklung verabschiedet, die den Rahmen für die globale Entwicklungsarbeit bis 2030 bilden sollen.

Hinzukommt, dass die globalen Klimaverhandlungen im Dezember an einen entscheidenden Punkt gelangen werden, wenn sich die internationalen Staats- und Regierungschefs zur UN-Klimakonferenz in Paris treffen. Und auch auf den jeweiligen Tagesordnungen der bevorstehenden G7- und G20-Gipfel werden Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels stehen.