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Der Sudan und die Zukunft Afrikas

JOHANNESBURG: Es ist, zu Recht, argumentiert worden, der Sudan sei ein Mikrokosmos Afrikas. Und deshalb wird der gesamte Kontinent in den nächsten Monaten die Ereignisse im Sudan mit großem Interesse verfolgen.

Am 9. Januar 2011 werden die Menschen im Südsudan in einem Referendum entscheiden, ob sie weiter Teil eines vereinten Sudans sein oder einen unabhängigen Staat bilden werden. Falls sie sich für Letzteres entscheiden, entsteht am 9. Juli 2011 dieser neue Staat.

Während desselben Zeitraums muss der Sudan – während er schon das Problem der Beziehungen zwischen Norden und Süden in Angriff nimmt – außerdem eine umfassende Übereinkunft zur Beendigung des Konflikts in Darfur abschließen.

Während der fast 55 Jahre seiner Unabhängigkeit hat der Sudan in seinem Süden, Westen (Darfur) und Osten eine Abfolge gewalttätiger Konflikte erlebt. An der Wurzel dieser Konflikte lag, wie allgemein akzeptiert wird, das Versäumnis des Sudan – eines der rassisch, ethnisch, religiös und kulturell vielfältigsten Länder überhaupt –, ein Gemeinwesen zu schaffen, das durch den Grundsatz der Einheit durch Vielfalt und seine praktische Umsetzung bestimmt war.