Paul Lachine

Der Euro und der Bimetallismus

PRINCETON – Die Alternativen zur europäischen Währung, dem Euro, scheinen sich zunehmend auf ein verzweifeltes Durchwursteln oder einen chaotischen Zusammenruch zu beschränken. Dabei existiert ein mutigerer und produktiverer Ansatz, der auf Erfahrungen mit verschiedenen Währungen zurückgreifen kann.

Man kann die Bedrohung kaum überbewerten, die von der gegenwärtigen politischen Sackgasse ausgeht, in der sich Europa befindet. Anfang der 1930er-Jahre ist die Politik in den USA durch geldmarktpolitische Inkohärenz lahmgelegt worden und die Federal Reserve Bank of New York hatte sich mit der Chicagoer Fed in einem unüberwindbaren Konflikt über eine Lockerung der Geldpolitik verstrickt (damals durch den Kauf von Offenmarktpapieren). Die chronischen politischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Frankreich von heute erzeugen ein Maß an Ungewissheit, das potenziell sogar noch zerstörerischer sein kann.

Alle paar Monate ergreifen europäische Regierungen eine neue und noch ausgeklügeltere Initiative zur Lösung der Schuldenkrise im Euroraum. Einen Tag lang (und manchmal auch nur über ein paar Stunden) feiern die Finanzmärkte eine Kursrally, aber schon bald kommen erneut Zweifel auf. Eine realistische Endphase ist nicht spürbar. Und es gibt keine längerfristige Vision, wie die fiskalische Integration, die für das wirksame Funktionieren einer Währungsunion erforderlich ist, innerhalb eines praktikablen Zeitrahmens erreicht werden kann.

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