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Stoppt den Krieg gegen Kinder

LONDON – Vor zwanzig Jahren hat die ehemalige mosambikanische Bildungsministerin Graça Machel der Generalversammlung der Vereinten Nationen einen Bericht vorgelegt, in dem sie ausführlich die Folgen bewaffneter Konflikte für Kinder geschildert hat. Machel dokumentierte ein Muster systematischer und gezielter Übergriffe, unter anderem Ermordung, Vergewaltigung und Zwangsrekrutierung in bewaffnete Gruppen und schloss mit den Worten: „Das ist ein Raum ohne die grundlegendsten menschlichen Werte….Tiefer kann die Menschheit kaum sinken.“

Machel hat sich geirrt. Eine Generation später ist die Menschheit auf einen neuen Tiefpunkt der Verderbtheit angelangt. Die gezielte Gewalt gegen Kinder in Krisengebieten hat ein beispielloses Ausmaß erreicht, und das ausgeklügelte System der UN-Menschenrechtsbestimmungen, das ihrem Schutz dienen soll, wird verletzt, ohne dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Am zwanzigsten Jahrestag des Machel-Berichts muss die internationale Gemeinschaft einen Schlussstrich ziehen und dem Krieg gegen Kinder ein Ende setzen.

Dieser Krieg kennt viele Formen. In manchen Fällen sind Kinder an Fronten das Ziel von Gewalt. Vergewaltigung, Zwangsehen, Versklavung und Verschleppung sind für Gruppierungen wie den sogenannten „Islamischen Staat“ in Irak und Syrien, Boko Haram im Norden Nigerias und ihre Pendants in Afghanistan, Pakistan und Somalia zur üblichen Taktik geworden. Es wird als legitime militärische Strategie angesehen Kinder zu töten, weil sie die Schule besuchen.