0

Die Angst an den Börsen vor dem Absturz

NEW HAVEN – Der dramatische Einbruch auf den internationalen Aktienmärkten am 9. August, nachdem BNP Paribas angekündigt hatte, drei ihrer Fonds auszusetzen, ist nur ein weiteres Beispiel für die jüngste, von einer Abwärtstendenz geprägten Instabilität oder Asymmetrie der Aktienmärkte. Das heißt, die Märkte tendieren eher zu abrupten, weit reichenden Einbrüchen als zu plötzlichen großen Kursgewinnen. In Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada, Korea, Mexiko und den USA wiesen die täglichen Kursveränderungen über einen Zeitraum von 100 Tagen bis 3. August einen ungewöhnlich negativen Trend auf.

In den USA beispielsweise verzeichnete der Standard and Poor’s 500-Index im Juli an sechs Tagen einen Rückgang der Aktienkurse, aber nur an drei Tagen einen Anstieg um mehr als 1 %. Im Juni gab der Index an vier Tagen um mehr als 1 % nach und stieg an zwei Tagen um mehr als diesen Wert an. Am 27. Februar 2007 kam es zu einem gigantischen Einbruch von 3,5 % an einem Tag. Eine rasche Erholung erfolgte nicht.

Die Talfahrt vom 27. Februar begann mit einem Kurssturz des Shanghai Composite im Ausmaß von 8,8 % innerhalb eines Tages, nachdem berichtet wurde, dass die chinesische Regierung vorhabe, Kapitalerträge stärker zu besteuern. Diese Nachricht hätte eigentlich nur für China von Bedeutung sein sollen, aber der Kurssturz in Shanghai hatte eine weltweite Talfahrt der Aktienkurse zur Folge. So fiel beispielsweise am 27. Februar der Bovespa in Brasilien um 6,6 % und der indische BSE 30 am Tag darauf um 4 %. Die anschließende Erholung war mühsam und erfolgte nur schrittweise.

Seit 1960 war die Skew in den USA nur drei Mal derart negativ: Am 28. Mai 1962, als ein Kursrückgang von 6,7 % verzeichnet wurde, am 19. Oktober 1987 mit einem Rekordverlust von 20,5 % und am 13. Oktober 1989, als die Kurse um 6,1 % nachgaben.