US Marines Training West Point_Mike Strasser Mike Strasser/Flickr

Ein wirtschaftswissenschaftlicher Leitfaden zu Krieg und Frieden

NEW YORK – In den aktuellen Schlagzeilen häufen sich Berichte über Konflikte: Ob es um den syrischen Bürgerkrieg geht, Straßenkämpfe in der Ukraine, den Terrorismus in Nigeria oder Polizeirazzien in Brasilien – die schaurige Nähe der Gewalt zeigt sich nur zu deutlich. Doch während die Kommentatoren über geostrategische Erwägungen, Abschreckung, ethnische Unruhen und die Not der einfachen Menschen diskutieren, die mitten drinstecken, ist eine sachliche Debatte über einen anderen entscheidenden Aspekt von Konflikten – ihre wirtschaftlichen Kosten – selten.

Gewalt hat einen hohen Preis. Die globalen Kosten zur Eindämmung der Gewalt oder Behandlung ihrer Folgen erreichten 2012 sage und schreibe 9,5 Billionen US-Dollar (11 % des globalen BIP). Das ist mehr als doppelt so viel wie die globalen Ausgaben für den landwirtschaftlichen Sektor und stellt die Gesamtaufwendungen für die Auslandshilfe in den Schatten.

Angesichts der gewaltigen Beträge ist es unumgänglich, dass die politischen Entscheidungsträger gründlich analysieren, wo und wie dieses Geld ausgegeben wird, und Möglichkeiten in Erwägung ziehen, die Gesamtkosten zu senken. Leider werden diese Fragen selten ernsthaft bedacht. Das ist großenteils darauf zurückzuführen, dass Militäreinsätze in der Regel durch geostrategische Überlegungen bedingt sind und nicht durch die Logik der Finanzwelt. Obwohl die Gegner des Irakkriegs den Vereinigten Staaten unter anderem vorwerfen, es auf die Ölfelder des Landes abgesehen zu haben, war der Einsatz, gelinde gesagt, unwirtschaftlich. Auch der Vietnamkrieg und andere Konflikte waren finanzielle Katastrophen.

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