buruma138_Sylvain Lefevre_Getty Images Sylvain Lefevre/Getty Images

Steve Bannons Europa-Abenteuer

NEW YORK – Nachdem er aus dem Weißen Haus und aus Breitbart News herausgeworfen wurde, hat Stephen K. Bannon, der häufig als das „Superhirn“ hinter Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf bezeichnet wird, geschworen, Europa umzugestalten. Seine Organisation mit Namen „The Movement“ und Sitz in Brüssel verfolgt das Ziel, Europas Rechtspopulisten zu einen und die Europäische Union in ihrer jetzigen Form zu zerstören.

Bannon sieht seine Bemühungen als Teil eines „Krieges“ zwischen dem Populismus und „der Partei von Davos“ – zwischen dem weißen, christlichen, patriotischen „wahren Volk“ (in den Worten seines britischen Unterstützers Nigel Farage) und den kosmopolitischen, globalistischen Eliten. In den Medien zumindest wird Bannon ernst genommen.

Es dürfte diesem stets ungepflegt erscheinenden amerikanischen Medienprahlhans und Verbreiter verschrobener Ideen über zyklische Kataklysmen schwer fallen, den Verlauf der europäischen Geschichte zu ändern. Trotz seiner Treffen mit Berühmtheiten des rechten Lagers wie dem starken Mann Ungarns Viktor Orbán, dem stellvertretenden italienischen Ministerpräsidenten Matteo Salvini und dem clownhaften ehemaligen britischen Außenminister Boris Johnson, die ihm alle wohlgesonnen sind, hat Bannon nahezu keine Erfahrung in der europäischen Politik. So verblüffte er ein ihm wohlwollend gegenüberstehendes Publikum in Prag mit Schimpftiraden gegen „unfaire Konkurrenz“ durch Länder, die billige Arbeitskräfte einsetzen. Ein Großteil des BIP der Tschechischen Republik stammt aus dem Export, aus eben diesem Grund.

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