haykel13_ABDULLAH DOMAAFP via Getty Images_libyawarsoldiers Abdullah Doma/AFP via Getty Images

Was steht in Libyen auf dem Spiel?

PRINCETON – Der anhaltende Krieg in Libyen präsentiert sich als Mikrokosmos jener Tragödie, die zahlreiche Länder des Nahen Ostens erfasst hat. Findet sich nicht bald eine Lösung, könnten die Kämpfe in Libyen für Instabilität in Nachbarländern wie Tunesien und Ägypten sorgen und noch mehr Flüchtlinge zum Aufbruch in Richtung Europa bewegen.

Im Grunde ist die libysche Krise ein Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Gruppen, die durch Stammeszugehörigkeiten und regionale Loyalitäten sowie auch durch ideologische Überzeugungen gespalten sind. Allen geht es um die Kontrolle der Öleinnahmen des Landes. Doch derzeit stehen sich im Konflikt hauptsächlich zwei Parteien gegenüber: auf der einen Seite die islamistisch dominierte, international anerkannte Regierung der nationalen Einheit, die nach wie vor die Hauptstadt Tripolis kontrolliert und auf der anderen das Repräsentantenhaus in Tobruk sowie die Libysche Nationalarmee unter dem Kommando des anti-islamistischen Feldmarschalls Khalifa Haftar. Obwohl sich der größte Teil des Landes mittlerweile unter Kontrolle des autoritären Nationalisten Haftar befindet, ist Tripolis noch nicht gefallen.

Hinter jedem dieser kriegführenden Lager stehen äußere Mächte, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Während die Türkei und Katar hinter der nationalen Einheitsregierung stehen, wird Haftar von Ägypten, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. In der internationalen Medienberichterstattung über diesen Krieg wird diese Einmischung von außen auf den – hauptsächlich zwischen der Türkei und Ägypten ausgetragenen – Wettstreit um die Öl- und Gasvorkommen zurückgeführt.

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