Schnelle Ausgaben, späte Reue: Amerikas jüngstes Rettungspaket

Cambridge – Während sich alles auf die Angst vor einer weiteren Großen Depression im Stil der 1930er Jahre konzentriert, haben sich Amerikas Politiker praktisch über Nacht auf ein Rettungspaket in Höhe von $ 700 Milliarden geeinigt, um den rasch in sich zusammenfallenden Finanzsektor des Landes wiederzubeleben. Das abschließende Paket ist ein komplexes finanzpolitisches Machwerk, dessen endgültige Auswirkungen nahezu unmöglich vorherzusagen sind. Es gibt allerdings gute Gründe, skeptisch zu sein, dass es sich hierbei um das Allheilmittel handelt, auf das die Kreditmärkte (im wahrsten Sinne des Wortes) bauen.

Der Hauptfehler des Plans ist, zu glauben, der Einfallsreichtum des Staates könne den mehrere Billionen Dollar schweren „Subprime-Hypothekenmarkt“ entwirren, obwohl die „Raketenwissenschaftler“ der Wall Street daran vollkommen gescheitert sind. Obendrein wird uns erzählt, der Staat sei so schlau, dass er an der ganzen Sache sogar noch Geld verdienen könne. Vielleicht, aber wir sollten nicht vergessen, dass eine Menge sehr kluger Leute in der Finanzbranche bis vor kurzem dasselbe dachte.

Erst vor einem Jahr hatten die Vereinigten Staaten noch fünf große, eigenständige Investmentbanken, die über ihrem mächtigen Finanzsektor thronten. Zusammengenommen erhielten ihre Beschäftigten im letzten Jahr über $ 36 Milliarden an Bonuszahlungen, dank der gewaltigen Gewinne, die diese Institute mit ihren riskanten und aggressiven Geschäftsstrategien „verdienten“. Diese Strategien beinhalten normalerweise ein wesentlich höheres Risiko – und eine höhere Komplexität – als die Aktivitäten herkömmlicher Geschäftsbanken.

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