Das Band der Souveränität

Prag: Die Verherrlichung des Nationalstaates als der Höhepunkt in der Geschichte einer jeden nationalen Gemeinschaft gehört der Vergangenheit an. Diese Ruhmpreisung, die lange Zeit eine Rechtfertigung für das Töten und Sterben darstellte, ist überholt worden. Generationen von Demokraten und die schrecklichen Erfahrungen von zwei Weltkriegen haben die Menschheit zu realisieren geholfen, daß der einzelne Mensch wichtiger ist als der Staat.

Im laufenden Jahrhundert werden die meisten Staaten anfangen, sich von einer Art 'Kultobjekt mit emotionalen Inhalten' zu einfacheren administrativen Einheiten zu entwickeln, die Teil einer komplexen planetarischen Organisation sind. Diese Veränderung wird mit dem Abschied von der Idee der Nicht-Intervention einhergehen, mit dem Konzept also, daß alles das, was in einem anderen Staat passiert, nicht unsere Angelegenheit ist.

Bezüglich der praktischen Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten des Staates kann dies in zwei Richtungen gehen: abwärts oder aufwärts. Abwärts geschieht es hinsichtlich der verschiedenen Organe und Strukturen der Zivilgesellschaft, an die der Staat schrittweise viele seiner Aufgaben abgeben sollte. Aufwärts betrifft es die verschiedenen regionalen, trans-nationalen oder globalen Gemeinschaften oder Organisationen. Dieser letzte Aufgabentransfer hat schon begonnen.

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