figueres5_Zhang PengLightRocket via Getty Images_shipping emissions Zhang Peng/LightRocket via Getty Images

Niedrige CO2-Emissionen auf hoher See

NEW YORK – In diesem Monat treffen sich Delegierte von Regierungen aus aller Welt (virtuell) zu einem entscheidenden, aber wenig beachteten Klimagipfel bei der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO, International Maritime Organization) der Vereinten Nationen. Es geht darum, wie die globale Schifffahrtsindustrie dekarbonisiert werden kann, die über 80% des Welthandels abwickelt und über eine Milliarde Tonnen Treibhausgase im Jahr emittiert – mehr als alle bis auf die fünf größten Emittentenländer.

Diese massive Emissionsquelle darf nicht ignoriert werden. Unsere Sucht nach fossilen Brennstoffen hat katastrophale Auswirkungen auf den Planeten und insbesondere unsere Ozeane. Zunehmende Wärme und Übersäuerung, schmelzendes Meereseis und immer weniger Sauerstoff zerstören die Korallenriffe, bedrohen die Meereslebewesen und untergraben die Fähigkeit der Ozeane, als wichtiges Ökosystem und als Klimaregulator dienen zu können. Angesichts dessen, dass jeder zweite Atemzug, den wir nehmen, vom Meer kommt, ist unsere Gesundheit direkt mit der dieses natürlichen Systems verbunden.

Wissenschaftler warnen, dass wir nur noch höchstens zehn Jahre dafür haben, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die globale Erwärmung auf 1,5 ºC des vorindustriellen Niveaus zu begrenzen und damit erhebliche Gefahren von Natur und Menschheit abzuwenden. Aber trotz zunehmender öffentlicher Besorgnis über die Klimakrise rufen die Treffen der IMO bei den Medien immer noch kaum Aufmerksamkeit hervor. Die meisten Menschen haben keine Ahnung, wer bei diesen Gesprächen ihr Land vertritt – ganz zu schweigen davon, ob ihre Regierung höhere Klimastandards unterstützt oder ablehnt.

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