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Japan in Aktion

TOKIO – Die langen Anni Horribiles Japans sind – nach über einem halben Jahrhundert – zu Ende. Die Wahlen zum Oberhaus vom 21. Juli hat die Liberaldemokratische Partei (LDP) deutlich gewonnen, was das Ende der unentschlossenen Politik ohne eindeutige Mehrheiten bedeutet.

Während der letzten sechs Jahre gab es sechs Premierminister, zehn Verteidigungsminister und vierzehn Justizminister (von denen zehn während der 39 Regierungsmonate der Demokratischen Partei Japans kamen und gingen). Diese Zahlen zeigen, wie instabil die politische Lage des Landes geworden war.

Aber Angst vor der unreifen DPJ-Regierung, andauernde Deflation und neuartige Herausforderungen durch Nachbarstaaten führten unter Japans Wählern zur Krisenstimmung. Daher verhalfen sie der LDP erneut zur Macht, obwohl viele Wähler nur wenige Jahre zuvor genug von ihr zu gehabt zu haben schienen.

Während ihrer letzten Wahlkampagne kritisierte die LDP weiterhin die Unreife der DPJ-Regierung, vermied aber Angriffe auf andere Parteien. Stattdessen betonte die LDP die Erfolge von Premierminister Shinzo Abes Reformen (umgangssprachlich als „Abenomics“ bekannt), darunter höhere Aktienkurse, schnelleres BIP-Wachstum und mehr Arbeitsplätze, die Hoffnung auf eine Wende bei Japans Zukunftsaussichten weckten.