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Die Rückkehr der Fiskalpolitik

NEW YORK – Seit der globalen Finanzkrise von 2008 hat die Geldpolitik einen großen Teil der Last dabei getragen, in den entwickelten Ländern die Gesamtnachfrage zu stützen, das Wachstum anzukurbeln und eine Deflation zu verhindern. Die Fiskalpolitik ihrerseits wurde durch hohe Haushaltsdefizite und eine zunehmende Staatsverschuldung behindert, und viele Länder setzten sogar Austeritätsmaßnahmen um, um die Tragfähigkeit ihrer Schulden sicherzustellen. Acht Jahre später ist es Zeit, den Stab abzugeben.

Da die Notenbanken beim Setzen von Konjunkturimpulsen auf sich allein gestellt waren, gerieten sie zunehmend unter Druck, eine unkonventionelle Geldpolitik zu verfolgen. Sie begannen mit einer Senkung der Zinsen bis auf den Nullpunkt und führten später die sogenannten „Forward Guidances“ ein, mit denen sie sich verpflichteten, die Leitzinsen für einen längeren Zeitraum bei null zu halten.

In schneller Abfolge begannen die Notenbanken in den hochentwickelten Ländern zudem mit der sogenannten „quantitativen Lockerung“. Dabei kauften sie enorme Mengen langfristiger Staatsanleihen auf, um deren Renditen zu senken. Sie leiteten zudem das sogenannte „Credit Easing“ ein, einen Ankauf privater Vermögenswerte zur Senkung der Kreditkosten für den privaten Sektor. Zuletzt haben einige Währungsbehörden, darunter die Europäische Zentralbank, die Bank von Japan und mehrere andere europäische Notenbanken, Negativzinsen eingeführt.

Diese Maßnahmen haben die Vermögenspreise in die Höhe getrieben, das Wirtschaftswachstum beflügelt und zugleich eine Deflation verhindert, stoßen nun jedoch an ihre Grenzen. Tatsächlich könnten die negativen Leitzinsen die Rentabilität der Banken und damit ihre Bereitschaft zur Kreditvergabe verringern. Was die quantitative Lockerung angeht, so könnten den Notenbanken schlicht die zum Kauf stehenden Staatsanleihen ausgehen.