Margaret Scott

Sex, Berlusconi und Putins Bett

ROM: Die politischen und sexuellen Eskapaden des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi machen rund um die Welt Schlagzeilen – und nicht nur in der Regenbogenpresse. Diese Geschichten wären bloß komisch (was sie eindeutig sind), wenn sie nicht so schädlich für Italien wären und so viel über die Unbeweglichkeit der Politik des Landes aussagten.

Denn trotz der wilden Skandale bleibt „Silvio nazionale“ klar Italiens beliebtester und erfolgreichster Politiker (auch wenn seine Zustimmungsraten in den Meinungsumfragen erstmals seit seiner zweiten Rückkehr ins Amt des Ministerpräsidenten im Jahre 2008 unter die 50-%-Marke gefallen sind).

Teilweise ist Berlusconis Durchhaltevermögen trotz seiner vielen Stolperer kulturell bedingt. Wie die Gesellschaften anderer südländischer oder mediterraner Länder mit streng katholischer Tradition hat auch die italienische schon vor langer Zeit gelernt, ein Leben in Duplizität – mit einer starken Bindung an Kirche und Familienwerte einerseits und einem zweiten, häufig in aller Öffentlichkeit gelebten, aus Mätressen und anderen „fragwürdigen“ Verbindungen bestehenden zweiten Leben andererseits – gelassen zu ertragen.

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