0

Befreit den IWF

BRÜSSEL – Der Internationale Währungsfonds ist wieder im Geschäft. Während der „Jahre der Blasen“ schienen weder sein Rat noch sein Geld benötigt zu werden. Doch jetzt brauchen immer mehr Länder Zahlungsbilanzhilfe, und es herrscht allgemeine Übereinstimmung, dass das globale Währungssystem ein Gremium benötigt, um seine Gesamtstabilität zu überwachen. Der IWF ist der einzige Kandidat für diese Aufgabe, doch hat die Erfahrung gezeigt, dass der Fonds diese Rolle nur erfüllen kann, wenn seine Verwaltung reformiert wird.

Die Gewährung von Zahlungsbilanzhilfe hat bedeutende fiskalische Folgen, und diejenigen, die das Kapital letzten Endes bereitstellen – die Mitgliedsstaaten des IWF – sollten diese natürlich ständig genau beaufsichtigen.

Aber für die Stabilität des globalen Finanzsystems zu sorgen, einschließlich der Bewertung der Wechselkurspolitik und der globalen Zahlungsungleichgeweichte, ist eine andere Aufgabe. Bei diesen analytischen Funktionen gibt es keinen Bedarf für eine genaue Aufsicht. Im Gegenteil: Unabhängigkeit und professionelles Fachwissen sollten hier entscheidend sein. Daher sollte eine der wichtige Änderungen sein, zwischen den Finanzmaßnahmen des IWF und seinen analytischen Funktionen, insbesondere der Überwachung der Wechselkurse und anderer Quellen globaler Finanzrisiken, zu unterscheiden.

Das Exekutivdirektorium des IWF, das ausschließlich aus Vertretern der Mitgliedsländer besteht, führt derzeit die täglichen Geschäfte des Fonds. Das Direktorium erfüllt somit keine Aufsichtsfunktionen, sondern dient eher als erweiterter Vorstand, der die Ausführung seiner Entscheidungen an den geschäftsführenden Direktor und das Personal delegiert.