Hacker at computer.

Crowdfunding oder Crowdphishing?

NEW HAVEN – Wenn man ein perfektes Beispiel dafür sucht, warum es so schwer ist, Finanzmärkte gut funktionieren zu lassen, muss man sich nur die Probleme und Kontroversen rund um das Crowdfunding in den Vereinigten Staaten anschauen. Nach über drei Jahren Beratung hat die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) im letzten Monat eine abschließendes Regelwerk verabschiedet, das echtes Crowdfunding ermöglichen wird. Und trotzdem reichen diese Regeln bei weitem nicht aus, um die Voraussetzungen für einen weltweiten Aufschwung des Crowdfunding zu schaffen.

Echtes Crowdfunding, oder Eigenkapital-Crowdfunding, bezieht sich auf die Aktivitäten bei Online-Plattformen, die Aktien von Startup-Unternehmen direkt an eine große Anzahl kleiner Investoren verkaufen und so das traditionelle Venture Capital oder Investmentbanking umgehen. Dieses Konzept entspricht dem der Online-Auktionen. Aber Crowdfunding soll niemandem den weltweiten Verkauf seiner Möbel ermöglichen, sondern schnell Geld zur Verfügung stellen – das von Eingeweihten stammt und für Geschäftsmodelle gedacht ist, die von Banken vielleicht nicht verstanden werden. Das klingt sicherlich spannend.

Außerhalb der USA waren die Regulierungsbehörden oft kulanter, und einige Crowdfunding-Plattformen sind bereits in Betrieb. So wurden Symbid in den Niederlanden und Crowdcube in Großbritannien bereits 2011 gegründet. Aber noch hat Crowdfunding auf den Weltmärkten keine große Bedeutung. Und ohne adäquate – und innovative – finanzielle Regulierung wird sich dies auch nicht ändern.

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