Die Rettung der Lebensbäume

Niemand kommt durch den Tag, ohne ein Produkt zu benutzen, das aus einem Wald stammt. In weitaus höherem Maße als den meisten Leuten bewusst ist, kommen das Papier, auf das wir schreiben, das Wasser, das aus unseren Hähnen fließt, die Medikamente, die uns heilen, das Holz, aus dem wir unsere Häuser und Möbel bauen, aus dem Wald. Wälder versorgen uns mit der frischen Luft, die wir atmen, und bieten Lebensräume für gefährdete Arten. Sie bieten uns auch Freizeitmöglichkeiten, die in unserer komplexen Welt immer wichtiger werden. Ungefähr 1,5 Milliarden der ärmeren Landbevölkerung der Welt sind direkt von Wäldern abhängig, um ihre Grundbedürfnisse nach Nahrung und Brennholz zu befriedigen.

Trotzdem geht die Entwaldung weiter. Jedes Jahr verlieren wir 14,6 Millionen Hektar Wald – ein Gebiet, das ungefähr viermal so groß ist wie die Schweiz. Verantwortungsloses Waldmanagement, das durch lasche staatliche Vorschriften und Durchsetzung verstärkt wird, und Märkte, die illegale Abholzung belohnen, rauben der Welt derzeit gemeinsam ihre wertvollsten und am meisten gefährdeten Wälder. Sobald Wälder anfangen zu verschwinden, folgen üblicherweise jede Menge umweltbezogene, soziale und wirtschaftliche Übel, die uns alle auf unterschiedliche Art betreffen.

Die indonesische Insel Sumatra ist ein gutes Beispiel dafür. Zellstoff- und Papierunternehmen betreiben derzeit die ungezügelte und rechtswidrige Zerstörung der Wälder, die die reichste Pflanzenvielfalt der Welt enthalten. Es ist wahrscheinlich, dass dabei noch nicht entdeckte Pflanzen sowie gefährdete Arten wie das Sumatranashorn, der Sumatra-Elefant oder auch der Orang-Utan verschwinden werden. Wenn die Wälder Sumatras verschwinden, werden sich auch die Menschen aus ganzen Gemeinden ohne ein richtiges Dach über dem Kopf und ohne einen anständigen Broterwerb wiederfinden.

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