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Imagereparatur für Sarkozy

Seitdem einflussreiche Personen des öffentlichen Lebens in einem französischen Magazin ein Manifest unterzeichneten, in dem – ohne den Namen des Präsidenten zu erwähnen – vor den Gefahren eines Abdriftens in monarchisches Gepränge gewarnt wurde, ist die politische Atmosphäre in Frankreich spannungsgeladen. Die Geschwindigkeit, mit der Nicolas Sarkozys in Ungnade fiel, ist in der Geschichte der Fünften Republik ohne Beispiel. Seine Beliebtheitswerte sinken dramatisch und seiner Partei, der konservativen UMP, wird bei den Kommunalwahlen Mitte März ein schlechtes Ergebnis vorhergesagt.

Was steckt nun hinter Sarkozys Popularitätstief? Und kann er sich wieder erholen?

Diese Fragen sind nicht nur für Frankreich von entscheidender Bedeutung, da das Land in fünf Monaten den EU-Vorsitz übernehmen wird, der auch ein wichtiger Schritt in Richtung einer Stärkung Europas hätte werden sollen.

Die Attacken gegen Sarkozy sind sehr persönlich und zielen ebenso sehr auf sein „Wesen“ wie auf seine politische Arbeit ab. Kann er Frankreich mit Würde und entsprechender Legitimität vertreten? Ist er in der Lage, seine Eingebungen und Reden in konkrete Aktionen umzusetzen? Hat er, so wie er sich mit einem Hofstaat an Medienkurtisanen umgibt, den Kontakt zur Realität schon verloren?