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Warum führt Saudi-Arabien Krieg im Jemen?

RIAD – Saudi-Arabien hat für seine führende Rolle im Krieg gegen die Houthi-Rebellen im Jemen in letzter Zeit viel Kritik einstecken müssen. Manche spotten, das Königreich, der reichste arabische Staat, kämpfe gegen den ärmsten. Andere behaupteten, der Kampf gegen die Houthis – eine zaiditische religiös-politische Bewegung unter schiitischer Führung – sei nur ein Baustein eines vermeintlich größeren Krieges Saudi-Arabiens gegen die Schia. Diese Behauptungen sind zu stark vereinfachend und spiegeln ein grundlegendes Missverständnis über die Rolle des Königreichs im Jemen – und, in der Tat, in der gesamten arabischen Welt – wider.

Saudi-Arabien hat es nicht auf die Zaiditen abgesehen. Tatsächlich hat das Land im jemenitischen Bürgerkrieg der 1960er aktiv die zaiditische Königsfamilie unterstützt. Wogegen das Königreich im Jemen reagiert, sind die zynischen Bemühungen des Iran, Jemens internen Konflikt dazu zu nutzen, ein Militärbündnis mit den Houthi-Rebellen zu schließen – eine Allianz mit nur einem erkennbaren Ziel: Saudi-Arabien.

Als saudische Politiker allerdings versuchten, die internationale Gemeinschaft for den iranischen Aktivitäten im Jemen zu warnen, wurden sie ignoriert. Insbesondere westliche Kommentatoren haben verzweifelt versucht, die iranische Beteiligung am Konflikt zu leugnen, sogar als die Beweise dafür überhand nahmen.

In den letzten 18 Monaten hat die US-Navy vier Waffenlieferungen vom Iran in den Jemen abgefangen. Der Iran selbst hat viele Male erklärt, er kontrolliere vier arabische Hauptstädte, darunter auch Sanaa, und die Houthis haben enge Verbindungen zur Hisbollah aufgebaut, dem politischen und militärischen Stellvertreter des Iran im Libanon.