Paul Lachine

Saudi Arabiens altes Regime wird noch älter

LONDON – Der Kontrast zwischen den zwei Tage auseinander liegenden Todesfällen von Libyens Muammar el-Gaddafi und des saudischen Kronprinzen Sultan Bin Abdel Aziz entspricht dem zwischen Narretei im Endstadium und dekadenter Gerontokratie. Und ihr jeweiliges Ableben wird wohl sehr unterschiedliche Folgen haben: Befreiung für die Libyer und Stagnation für die Saudis.

Aber der Tod des 86-jährigen Sultan steht für den Beginn einer kritischen Zeit innen- und außenpolitischer Unsicherheit für das Königreich. Immerhin liegt der Halbbruder von Sultan, der 87 Jahre alte König Abdullah, nach einer schweren Operation letzten Monat immer noch in Riad im Krankenhaus. Das Regime altert und krankt und wird von der Bevölkerung als handlungsunfähig wahrgenommen.

Unterdessen wird immer noch über die Nachfolge diskutiert. Erstmalig wurde nach Sultans Tod das Begräbnis eines Mitglieds der regierenden saudischen Königsfamilie verzögert, um Zeit für die Einscheidung über einen Nachfolger zu gewinnen – ein Zeichen interner Unstimmigkeiten (und Übereinstimmung über die Fortführung der dynastischen Herrschaft).

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