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Welche Hoffnungen kann Rohani erfüllen?

NEW YORK – Während die Weltmächte in Genf zusammenkommen, um Atomgespräche mit Iran aufzunehmen, harrt die Welt der weiteren Entwicklungen aus dem Telefonat zwischen dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani und US-Präsident Barack Obama. Das kurze Gespräch im Anschluss an Rohanis Besuch der UN-Vollversammlung im vergangenen Monat – das erste zwischen den Präsidenten der beiden Länder seit 1979 – erinnert an den letzten Versuch, die bilaterale Diplomatie wiederzubeleben, der vor 12 Jahren vom damaligen iranischen Präsidenten Mohammed Chatami unternommen wurde. In beiden Fällen war der fehlende Händedruck das Symbol für die Kluft, die zwischen den Ländern besteht.

Damals waren Chatami und Außenminister Kamal Charazzi „einkaufen gegangen“, anstatt eine kulturelle Veranstaltung der Asia Society zu besuchen und das Risiko einzugehen, US-Außenministerin Madeleine Albright über den Weg zu laufen – und Hände zu schütteln. Einen Händedruck der Präsidenten bei den Vereinten Nationen hat Iran zwar vermieden, doch dieses Mal hat Rohani eine wichtige Rede bei der Asia Society gehalten, in der er versicherte, dass seine Regierung eine Politik der „Mäßigung und Vernunft“ verfolgen werde und bereit sei, gemeinsam mit dem Westen an einer Klärung der Fragen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm zu arbeiten.

Zudem ist es bei einer formellen Sitzung mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zur Koordination der bevorstehenden Nuklearverhandlungen in Genf zu einem Händedruck der beiden Außenminister der Länder, John Kerry und Dschawad Sarif, gekommen. Bei einem Zweiergespräch am Rande der Sitzung schüttelten sich beide erneut die Hand.

Was also hat sich verändert? Damals hatte es der Oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, Chatami verboten, mit den Amerikanern zu sprechen. Im Gegensatz dazu ist Rohani mit dem Segen Chameneis vorgegangen.