25

Neue Dynamik für alte Industrieregionen

LONDON – Vor einigen Tagen hat der designierte US-Präsident Donald Trump in seinem Lieblingsmedium Twitter erklärt, dass er China nicht um Erlaubnis bitten müsse, um Kontakt zu Taiwan aufzunehmen, da China nicht um Erlaubnis gebeten habe, seine Währung abzuwerten. In dem Moment ist meine Hoffnung gesunken, dass der „shake-up“, für den Donald Trump steht – also das „Aufmischen“, das „nicht so weitermachen wie bisher“ − für die Vereinigten Staaten wirtschaftlich von Vorteil sein würde.

Ich glaube, dass ein Ruck durch die entwickelten Volkswirtschaften gehen muss, damit sie sich aus der wirtschaftlichen Misere nach der Finanzkrise 2008 und der übermäßigen Abhängigkeit von der lockeren Geldpolitik befreien können. In Anbetracht der Neigung Donald Trumps, die Dinge aufzumischen, schien er ein geeigneter Kandidat für diese Aufgabe. Doch wenn die Trump’sche Umwälzung den USA tatsächlich helfen soll, müssten die wesentlichen Fragen der Wirtschaftspolitik im Mittelpunkt stehen und nicht grob vereinfachende – und oftmals falsche – populistische Meme, die im Internet verbreitet werden.

Seinen Vorwürfen gegenüber China nach zu urteilen, scheint Trump einfach für Wirbel zu sorgen und seine Anhänger anzustacheln – und keine wie auch immer geartete konstruktive Agenda voranzubringen. Schließlich wissen alle vernünftigen China-Beobachter – darunter auch einige von Trumps eigenen Beratern, mit denen ich in der Vergangenheit zusammengearbeitet habe –, dass das Land seit geraumer Zeit keine Währungsabwertung vorgenommen hat.

Ja, der chinesische Renminbi hat unlängst gegenüber dem Dollar abgewertet, aber nicht so stark wie der japanische Yen, der Euro oder das britische Pfund – und diese Abwertungen waren von relativem Vertrauen in die US-Wirtschaft getragen. Jedenfalls haben die Chinesen eine handelsgewichtete Wechselkurspolitik und keine die darauf basiert, den Renminbi auf irgendeinem angestrebten Stand gegenüber dem Dollar zu halten.