pei84_(XinhuaXia Yifang via Getty Images_nuclear weapon china Xinhua/Xia Yifang via Getty Images

Der Ukraine-Krieg könnte zu einem atomaren Wettrüsten in Asien führen

CLAREMONT, KALIFORNIEN – Wie Putins Endspiel in der Ukraine aussehen wird, bleibt unklar. Eine deutliche Botschaft scheint dieser Krieg allerdings auszusenden: Niemand legt sich mit dir an, wenn du Atomwaffen besitzt. Die damit verbundenen Sicherheitsrisiken können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Nur wenige Tage nach dem Beginn des Einmarsches in die Ukraine gab Putin bekannt, er habe Russlands Atomstreitkräfte „in Alarmbereitschaft” versetzt – eine deutliche Warnung an den Westen, nicht aufseiten der Ukraine militärisch zu intervenieren. Und es hat offenbar funktioniert. Trotz des unerbittlichen russischen Bombardements – auch ziviler Gebiete – haben die Vereinigten Staaten die wiederholten Forderungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach einer von der Nato durchgesetzten Flugverbotszone rundweg abgelehnt.

Der Grund dafür ist simpel: Der Westen fürchtet die Folgen eines offenen Krieges gegen eine Atommacht. Das ist zwar nicht unvernünftig, wird aber wohl das Vertrauen in den atomaren Schutzschirm Amerikas untergraben, dessen Wirksamkeit schon lange vor Beginn des Ukraine-Krieges abflaute, wie eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigte. Nun scheint klar, dass die einzige Möglichkeit für ein Land, sich verlässlich vor dem Angriff einer Atommacht zu schützen, darin besteht, eigene Atomwaffen zu besitzen.

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