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Was die US-Wahl mit der Ukraine zu tun hat

WASHINGTON, DC – Donald Trump wurde offiziell als US-Präsident eingesetzt, aber die Beeinflussung der Wahl durch Russland ist immer noch ein Thema. Eine zentrale Frage allerdings wird oft übersehen: Welchen Grund hatte der russische Präsident Wladimir Putin dafür?

Natürlich ist es nicht schwer zu erraten, warum Putin Trump gegenüber der anderen Kandidatin, der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton, bevorzugt. Aber zwischen der Hoffnung auf ein bestimmtes Ergebnis und dem entschiedenen – und ziemlich riskanten – Versuch, es herbeizuführen, besteht ein Unterschied. Unserer Ansicht nach ist die Schlussfolgerung der US-Geheimdienste, der Kreml habe durch die Förderung Trumps seinen „seit langem bestehenden Wunsch, die von den USA angeführte liberale demokratische Ordnung zu untergraben“ in die Tat umgesetzt, nicht völlig überzeugend.

Die russische Beeinflussung der US-Wahlen ist ein beispielloser Vorgang. Noch vor drei Jahren wäre sie unvorstellbar gewesen: Obwohl das Verhältnis des Westens zu Russland auch damals schon nicht perfekt war und unter starker Konkurrenz litt, gab es doch noch eine gewisse Zusammenarbeit. Noch im Juni 2013 gaben Putin und US-Präsident Barack Obama eine Erklärung ab, in der sie ihre „Bereitschaft zur Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit auf Grundlage der Prinzipien gegenseitigen Respekts, Gleichheit und echter Anerkennung der Interessen des anderen“ bekräftigten.

Dies alles änderte sich im Februar 2014, als die ukrainische Maidan-Revolution in der Absetzung des kremlfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch ihren Höhepunkt erreichte. Diese Entwicklung – und Putins Reaktion darauf – hat das Verhältnis des Westens zu Russland grundlegend verändert.