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Russland bleibt zuhause

MADRID – Nur drei Tage vor seiner Rückkehr in den Kreml als russischer Präsident traf Wladimir Putin in seiner Residenz Nowo-Ogarjovo außerhalb Moskaus mit dem Nationalen Sicherheitsberater der USA Tom Donilon zusammen. Dieser war gekommen, um Präsident Barack Obamas erneute Entschlossenheit zu bekräftigen, die Zusammenarbeit mit Russland zu verstärken. Doch Donilon kehrte mit leeren Händen nach Hause zurück: Putin wird trotz Obamas Bemühungen, Russland durch die Verlegung des G-8 Gipfels von Chicago entgegenzukommen, weder am G-8-Gipfel am 18. und 19. Mai in Camp David, noch am NATO-Gipfel in Chicago am 20. und 21. Mai teilnehmen.

Aus diesem Grund wird das erste Treffen zwischen Obama und Putin nach dessen Rückkehr in das Amt des russischen Präsidenten erst auf dem G-20-Gipfel in Los Cabos in Mexiko stattfinden, der für den 18. und 19. Juni anberaumt ist. Diese Verzögerung gibt einigen Anlass zu Spekulationen.

Manche führen als Grund für Putins Abwesenheit die jüngsten Spannungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten an, nachdem Putin zunehmend scharf auf die Proteste seiner Gegner in Russland  reagierte. Andere wiederum meinen, dass Putins Distanziertheit auf die internen Machtkämpfe im Kreml zurückzuführen sei.

Ungeachtet der wahren Gründe für Putins Verhalten ist festzustellen, dass die beiden Gipfeltreffen dieses Monats, angesichts der auf dem G-8 Gipfel zu diskutierenden globalen Sicherheitsfragen und der Notwendigkeit, die russische Teilnahme am Raketenabwehrschirm der NATO zu organisieren, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern erheblich beeinflussen werden.