0

Russlands Konflikt mit dem Islam beginnt sich zu lösen

von Alexey Malashenko

Im sogenannten "Kampf der Zivilisationen" zwischen dem Islam und dem Westen, der die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zieht, wurde Russlands Krieg in Tschetschenien häufig als eine der größeren Fronten dieses umfassenderen Kriegs angesehen. Es ist daher beachtenswert, dass, zur Zeit der Invasion in den Irak unter Führung der USA und während Amerikas Zusammenstoß mit der islamischen Welt dadurch an Hitze gewinnt, Russlands Kämpfe mit den mohammedanischen Tschetschenen zu etwas wie einem Frieden abflauen könnten.

Die jüngste Volksabstimmung über eine neue Verfassung in Tschetschenien fiel mit dem Beginn des Irakkriegs zusammen. Das Ergebnis war besser als irgendjemand im Kreml hätte hoffen können: 89 % der tschetschenischen Wählerschaft ging zur Wahl, und 96 % davon unterstützten die von Moskau entworfene Verfassung. Diese Zahlen überraschten sogar Präsidenten Vladimir Putin. Bei einem Kabinettstreffen nach der Wahl, deutete er offen an, seine Beamten seien wohl ein bisschen zu "proaktiv" vorgegangen, um so ein überwältigende Ergebnisse zu erzielen.

Wie sollte man dieses "Ja!" der tschetschenischen Bevölkerung bei der Abstimmung interpretieren? Die Zahlen sprechen für sich. Natürlich fanden Wahlmanipulationen statt. Doch selbst wenn die Beamten 10 %, 20 %, oder sogar 30 % der Stimmzettel gefälscht hätten, würden sich die Stimmen zugunsten der Verfassung immer noch auf eine überwältigende Mehrheit der tschetschenischen Bevölkerung belaufen. Selbst wenn man noch die von russischen Soldaten abgegebenen Stimmen abzieht (etwa 5 % aller Stimmen), unterstützten die meisten derer, die an der Wahl teilgenommen haben, den Verbleib Tschetscheniens bei Russland.