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Russland überschreitet die Grenze

NEW YORK – In den vergangenen Wochen und Jahren hat jeder von uns argumentiert, dass Russland eine Politik betreibe, die in Georgien mit seinem prowestlichen, demokratisch gewählten Präsidenten Micheil Saakaschwili auf einen Regierungswechsel abzielt. Wir sagten voraus, dass ohne ein starkes und einiges diplomatisches Engagement des Westens, ein Krieg käme.

Nun hat tragischerweise eine Eskalation der Gewalt in Südossetien zu einer russischen Großinvasion von Georgien geführt. Der Westen, insbesondere die Vereinigten Staaten, hätten diesen Krieg verhindern können. In den Beziehungen des Westens zu Russland nach dem Kalten Krieg steht ein entscheidender Moment bevor.

Es ist unklar, was genau letzte Woche in Südossetien passierte. Jede Seite wird ihre eigene Version verteidigen. Doch wissen wir ohne Zweifel, dass Georgien auf wiederholte provokative Angriffe südossetischer Separatisten reagierte, die vom Kreml gesteuert und finanziert werden. Dies ist kein Krieg, den Georgien wollte; es glaubte, dass es in Südossetien durch eine Strategie der „weichen Macht“ langsam an Einfluss gewann.

Egal welche Fehler die georgische Regierung beging, sie können Russlands Handeln nicht rechtfertigen. Der Kreml hat ein Nachbarland überfallen, ein widerrechtlicher Akt der Aggression, der gegen die UN-Charta und die Grundprinzipien der Zusammenarbeit und Sicherheit in Europa verstößt.