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French President Emmanuel Macron Alessandra Benedetti - Corbis/Getty Images

Der Weg in die Transferunion

MÜNCHEN – Nun, zehn Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise, ist es Zeit sich zu besinnen. Was ist in Europa passiert, und wohin geht die Reise?

Vor 20 Jahren wurden die Wechselkurse zum Euro unwiderruflich fixiert. Die Zinsaufschläge von etwa fünf bis 20 Prozent, die die damals konkursreifen Länder Südeuropas kurz zuvor auf Bundespapiere hatten zahlen müssen, waren schon in der Erwartung dieses Ereignisses verschwunden. Billiger Kredit erzeugte einen keynesianischen Wirtschaftsboom, der Löhne und Preise in den Himmel trieb und eine Blase wurde.

Vor 10 Jahren platzte die Blase, die sich zeitgleich auf dem amerikanischen Subprime-Markt entwickelt hatte. In der Folge platzte auch die Blase in Südeuropa. Nun zogen die Krisenländer riesige Überziehungskredite im Eurosystem als Ersatz für die wegbrechenden privaten Kredite. Zur Eindämmung dieser Überziehungskredite gewährten ihnen die Staaten des Nordens fiskalische Rettungskredite. Als die nicht reichten, gab die EZB den Gläubigern der südeuropäischen Staaten zu Lasten der Steuerzahler Europas unbegrenzte Bürgschaften, die ihre Bereitschaft stärkten, den Krisenländern neue Kredite zu gewähren. Zu den früheren Gläubigern, die auf diese Weise mitgerettet wurden, gehörten neben Investoren aus aller Welt auch Gläubiger aus den nördlichen Staaten selbst. Vor allem wurden die französischen Banken gerettet, die das mit Abstand größte Exposure in Südeuropa hatten. Auch die Gläubiger mussten freilich bluten, indem sie kaum noch Zinsen für ihre Anlagen erhielten. Ihre Zinsverluste summierten sich auf mehrere hunderte Milliarden Euro.

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