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Zunehmende Hinwendung zu Bitcoin?

LONDON – Viele betrachten den Markt für Bitcoin – die weltweit führende Kryptowährung – als ein Spiel von Gewinnern und Verlierern zwischen Hedgefonds, Amateuranlegern, Nerds und Kriminellen. Die einer hochgradig volatilen anonymen Digitalwährung innewohnenden hohen Risiken solle man am besten jenen überlassen, die mit dem Spiel wohlvertraut seien oder denen es nicht so wichtig sei, weil sie die Risikominderung betreiben können oder eventuelle Verluste verkraften können. Doch hat Bitcoin in jüngster Zeit bei Ländern und Individuen mit begrenztem Zugang zu herkömmlichen Zahlungssystemen an Attraktivität gewonnen – d. h. bei jenen, die am wenigsten in der Lage sind, die damit verbundenen Risiken zu steuern.

El Salvador hat Bitcoin in diesem Monat als erstes Land überhaupt als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt und dazu ein Gesetz verabschiedet, das im September in Kraft tritt. Dies bedeutet, dass man Bitcoin jetzt landesweit verwenden kann, um für Waren und Dienstleistungen zu bezahlen, und die Empfänger sind gesetzlich verpflichtet, es zu akzeptieren.

Diese Art geldpolitisches Experiment ist für die Salvadorianer nichts Neues. Der US-Dollar wurde in El Salvador 2001 als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt und ist die bei Transaktionen im Inland genutzte Währung. Damals erlaubte die Regierung von Präsident Francisco Flores die freie Zirkulation des Dollars parallel zur nationalen Währung, dem Colón, zu einem festen Wechselkurs.

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