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Christine Lagarde and Janet Yellen Yin Bogu/ZumaPress

Ein Umdenken beim Inflation Targeting

ZÜRICH – In den vergangenen zwanzig Jahren sind die grossen Zentralbanken zunehmend dazu übergegangen, ein Inflationsziel zu verfolgen. Inflation Targeting hat sich zur vorherrschenden geldpolitischen Strategie entwickelt, die zwar nicht explizit von der US-amerikanischen Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank und der Schweizerischen Nationalbank übernommen wurde, aber implizit auch deren Strategien zugrunde liegt. Allerdings hat die globale Wirtschaftskrise von 2008, von der sich die Welt noch immer nicht völlig erholt hat, dazu geführt, dass Zweifel an diesem Ansatz aufkamen.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich argumentiert seit langem, dass ein reines Inflation Targeting nicht mit Finanzstabilität in Einklang zu bringen ist. Es berücksichtigt den Finanzzyklus nicht, was zu einer übermässig expansiven und asymmetrischen Geldpolitik führt. Fragwürdig ist zudem ein Hauptargument für das Inflation Targeting – dass es zu einem Rückgang der Inflation seit den frühen 1990er Jahren beigetragen habe. Der Rückgang der Teuerungsraten begann dank der entschlossenen Massnahmen des damaligen Vorsitzenden der US-Federal-Reserve Paul Volcker bereits in den frühen 1980er Jahren – weit vor der Erfindung der Inflationsziele. Und seit den 1990er Jahren war der Hauptgrund für die Abnahme des weltweiten Inflationsdrucks wahrscheinlich eher die Globalisierung – insbesondere die Integration Chinas in die Weltwirtschaft.

Der jüngste Anhaltspunkt dafür, dass man den Rückgang der Inflationsraten seit den 1990er Jahren nicht dem Inflation Targeting zuschreiben kann, ist der erfolglose Versuch einer zunehmenden Anzahl von Zentralbanken, ihre jeweilige Volkswirtschaft wieder zu reflationieren: wenn Zentralbanken die Inflation derzeit nicht ankurbeln können, dann waren sie vermutlich auch nicht die treibende Kraft hinter dem früheren Rückgang der Inflation.

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