afriedman16_JOHANNEsEISELEAFPGettyImages_statueoflibertypurplemoon Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Der American Dream 2.0

JACKSON, WYOMING – Es ist Zeit, sich einzugestehen, dass der „American Dream“ tot ist. Seine Grundvoraussetzungen – ein starkes, anhaltendes Wirtschaftswachstum und eine Leistungsgesellschaft, die so strukturiert ist, dass eine Manipulation des Systems durch die Reichen ausgeschlossen ist – sind nicht länger gegeben.

Trotzdem ist ein „American Dream 2.0“ immer noch möglich, und es obliegt denjenigen, die sich jetzt um den Einzug ins Weiße Haus bewerben, einen Plan zu seiner Verwirklichung vorzulegen. Zunächst einmal muss Amerikas politische Führung das Problem klar und deutlich erklären. Die Unabhängigkeitserklärung hat das „Streben nach Glück“ zu einem zentralen Merkmal des amerikanischen Lebens erklärt. Seit 1776 hat sich jede Generation um den sozialen Aufstieg bemüht, und lange Zeit brachten es viele – wenn auch nicht alle – zu Wohlstand.

Über ein Jahrhundert lang führten nach dem amerikanischen Bürgerkrieg Fortschritte im Bereich der Energie, der Medizin, der Telekommunikation und des Verkehrswesens in Amerika (und der Welt) zu drastischen Veränderungen. Die wirtschaftliche Produktivität stieg dramatisch, und dasselbe galt für die durchschnittliche Lebenserwartung. Und während des größten Teils dieses Zeitraums hob die Flut tatsächlich die meisten Boote an. Politiker beider Parteien machten sich das nationale Ethos zu eigen, dass jeder durch harte Arbeit vorankommen könne, und ermöglichten dies im Laufe der Zeit – wenn auch unvollständig – auch Einwanderern, Farbigen, Frauen, Behinderten und anderen, denen die Chancen auf ein „amerikanisches Leben“ traditionell versperrt gewesen waren.

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