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Robustes Indien

NEU DELHI –  Während die höchstentwickelten Ökonomien der Welt unter der Belastung des bereits als Große Rezession bezeichneten Abschwungs stöhnen, hat Indien zu Jahresbeginn Bilanz gezogen und eine Schätzung des BIP-Wachstums für das Haushaltsjahr 2008-2009 veröffentlicht. Darin wird ein durchaus gesunder Wachstumswert von 7,1 Prozent prognostiziert.

Es ist erstaunlich, dass in Indien nicht einmal inmitten der die Weltmärkte erfassenden Untergangsstimmung keine Angst vor der Rezession herrscht. Selbst die Pessimisten sprechen lediglich von einem langsameren positiven Wachstum.   

Das ist eine bemerkenswerte Kehrtwende für eine Ökonomie, die jahrelang entlang einer spöttisch bezeichneten „Hindu-Wachstumsrate“ von ungefähr 3 Prozent dümpelte, während der Rest Asiens vorpreschte.  Mehr als vier Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit im Jahr 1947 litt Indien unter einer nationalistischen Ökonomie, in der politische und  wirtschaftliche Unabhängigkeit gleichgesetzt wurden, was dem Land bürokratischen Protektionismus und Stagnation einbrachte.

Seit 1991 allerdings hat Indien seine Ökonomie liberalisiert und von der Globalisierung profitiert. Seine hochqualifizierten IT-Pioniere, Software-Ingenieure und Callcenter-Agenten ermöglichten die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des Landes.