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Die Erneuerung des europäischen Sicherheitsdialogs

ATHEN – Das Jahr 2009 war von großen Veränderungen geprägt, die in noch größerer Ungewissheit stattfanden. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wird die Widerstandskraft des europäischen Sicherheitssystems, wie es nach dem Kalten Krieg errichtet wurde, auf die Probe gestellt. Langjährige Konflikte bleiben ungelöst, während komplexe neue Herausforderungen entstehen. Energiesicherheit, organisiertes Verbrechen, Terrorismus, Absolutismus und Fundamentalismus, Klimawandel und Internetkriminalität stellen alle Länder vor schwierige Fragen.

Die Wirtschaftskrise hat viele Menschen deutlich ärmer gemacht, und sie sind jetzt vielleicht weniger geneigt, im Hinblick auf Europas Sicherheitsfragen ehrgeizige Ziele zu verfolgen. Doch dürfen wir auch nicht vergessen, dass eine Krise die Chance zur Veränderung mit sich bringt.

In diesem Jahr haben wir auch einige positive Entwicklungen erlebt, z. B. einen „Neustart“ der Beziehungen zwischen zwei Protagonisten im europäischen Sicherheitsdialog: Russland und den Vereinigten Staaten. Mit der Ernennung eines Präsidenten und einer Hohen Vertreterin für Außenpolitik hat die Europäische Union vor Kurzem wichtige Schritte für mehr Zusammenhalt und Einheit unternommen.

Wir sollten diese Errungenschaften feiern, auch wenn wir erkennen, dass weiterhin gravierende Probleme zu lösen bleiben. Es gibt verschiedene Ansichten darüber, wie Europas Sicherheitsarchitektur gestaltet werden sollte, doch sind wir uns alle einig, dass diese entscheidende Herausforderung anhand eines konstruktiven Dialogs gelöst werden muss.