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Die Reform der russischen Rüstungsindustrie

Unter Präsident Wladimir Putin hat Russland ein umfangreiches Programm zur Restrukturierung seiner Rüstungsindustrie eingeleitet, die seit dem Ende der Sowjetunion dramatisch geschrumpft ist. Bei diesem Restrukturierungsprozess sind mittlerweile auch gewisse Fortschritte zu verzeichnen, allerdings konnten grundlegende Strukturprobleme noch nicht gelöst werden. Dies führt dazu, dass Russland riesige Mengen an hochentwickelten Waffen in konfliktträchtige Regionen exportiert, wodurch sich wiederum Spannungen zwischen dem Kreml und Europa, den USA sowie anderen Ländern ergeben.

In den letzten sechs Jahren hat die Regierung Putin die Verstaatlichung und Konsolidierung ehemaliger Privatunternehmen auf dem Rüstungssektor gefördert und sie zu großen, vertikal integrierten, staatlichen Holding-Unternehmen gemacht. Im November 2000 stimmte Putin der Schaffung einer einzigen, von der Regierung kontrollierten Waffenexportgesellschaft namens Rosoboronexport zu, um die selbstzerstörerische Konkurrenz zwischen den größten Waffenexporteuren des Landes zu beenden.

Momentan unterstützt die Regierung die Schaffung einer ähnlichen Institution im Luftfahrtbereich, der Vereinigten Flugzeugbau-Holding, OAK, der die größten staatlichen und privaten Hersteller von Starrflügelflugzeugen angehören sollen. Die Verfechter dieser Fusion glauben, dass man durch die damit verbundenen Kostensenkungen die Effizienz der russischen Flugzeugindustrie steigern kann, wodurch russische Flugzeuge für ausländische Kunden attraktiver würden.

Auch die Militärausgaben sind unter Putin wieder gestiegen. Heuer wird die russische Regierung aufgrund des von 2007 bis 2015 laufenden staatlichen Rüstungsprogramms dem Verteidigungsministerium fast 5 Billionen Rubel (189 Milliarden Dollar) zur Verfügung stellen. Der für den Ankauf von militärischem Gerät vorgesehene Teil des Verteidigungsbudgets wird von 44 % im Jahr 2006 auf 50 % im Jahr 2011 steigen.