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Goldlöckchen liegt im Sterben

NEW YORK – Wie werden sich die Weltwirtschaft und die Märkte im nächsten Jahr entwickeln? Es gibt vier Szenarien, die auf die „milde Stagflation“ der letzten Monate folgen könnten.

Der Aufschwung in der ersten Jahreshälfte 2021 ist zuletzt einem deutlich langsameren Wachstum und einem Inflationsanstieg weit über dem 2%-Ziel der Zentralbanken gewichen, was auf die Auswirkungen der Delta-Variante, auf Versorgungsengpässe sowohl auf den Güter- als auch auf den Arbeitsmärkten sowie auf Engpässe bei einigen Rohstoffen, Zwischenprodukten, Endprodukten und Arbeitskräften zurückzuführen ist. Die Anleiherenditen sind in den letzten Monaten gesunken, und die jüngste Kurskorrektur an den Aktienmärkten fiel bisher moderat aus, was vielleicht die Hoffnung widerspiegelt, dass sich die milde Stagflation als vorübergehend erweisen wird.

Die vier Szenarien hängen davon ab, ob sich das Wachstum beschleunigt oder verlangsamt und ob die Inflation anhaltend höher bleibt oder sich verlangsamt. Die Analysten an der Wall Street und die meisten geldpolitischen Entscheidungsträger gehen von einem „Goldlöckchen-Szenario“ aus, bei dem ein stärkeres Wachstum mit einer moderaten Inflation einhergeht, die mit dem 2%-Ziel der Zentralbanken übereinstimmt. Dieser Auffassung zufolge ist die jüngste Stagflationsepisode weitgehend auf die Auswirkungen der Delta-Variante zurückzuführen. Sobald diese nachlassen, werden auch die Engpässe auf der Angebotsseite verschwinden, vorausgesetzt, es tauchen keine neuen virulenten Varianten auf. Dann würde sich das Wachstum beschleunigen, während die Inflation sinken würde.

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